LILIF ILANE: "OHNE GESCHICHTEN UND GEFÜHLE PASSIERT BEI MIR NICHTS" - UNTER.TON | MAGAZIN FÜR KLANG- UND SUBKULTUR

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LILIF ILANE: "OHNE GESCHICHTEN UND GEFÜHLE PASSIERT BEI MIR NICHTS"

Im Gespräch


Als Künstlerin bist Du unter dem Pseudonym „Lilif Ilane“ unterwegs. Gibt es eine Geschichte zu diesem besonderen Namen?


Ursprünglich stammt der Name tatsächlich vom Hauptcharakter einer Geschichte, die ich vor Jahren mal
geschrieben habe. Der Name „Lilif“ ist eine Ableitung von Lilith, deren Charakter mich schon immer sehr fasziniert hat. Sie ist für mich einfach das Symbol für die Macht der Weiblichkeit und ist faszinierend und inspirierend zugleich. Bei „Ilane“ gefiel mir schlicht und ergreifend der Klang sehr gut, auch von beiden Namen her zusammen. Und schließlich habe ich diesen Namen dann einfach als meinen eigenen Künstlernamen übernommen.

Dein aktueller Kalender ist wirklich alles, nur nicht langweilig. Jeder Monat hat sein eigenes Gesicht, kommt mit seiner individuellen Themenwelt daher und erzählt darüber hinaus auch eine in sich abgeschlossene Geschichte. Trotzdem ist der Zyklus wunderbar durchkomponiert. Wie schwer ist es Dir gefallen, Dich in deiner Auswahl auf „nur“ 12 Motive zu beschränken – und diese Bilder am Ende auch noch in ein harmonisches Ganzes zu bringen?


Es ist mir wirklich sehr schwer gefallen, aber genau deshalb habe ich dann einen kleinen Trick benutzt. Ich habe eine grobe Auswahl meiner allerliebsten Bilder gemacht, das waren etwa 40-50 Stück. Diese habe ich bei Facebook in einem Ordner hochgeladen und dann meine potenziellen Interessenten abstimmen lassen. Ich fand es eine schöne Idee, die Leute an dem Projekt teilhaben zu lassen, welches sie später möglicherweise auch erwerben mögen. Und natürlich hat es mir auch zum Teil diese wirklich schwere Entscheidung abgenommen.

Du bist nicht nur Fotografin, sondern hast Dir in der Szene mittlerweile auch mit Zeichnungen oder Malerei einen Namen gemacht. In welcher Kunstform fühlst Du dich am ehesten zuhause?


Das ist eigentlich ziemlich einfach:
Ich habe an beidem sehr viel Freude und deshalb verbinde ich die Fotografie mit dem Zeichnen. Viele Elemente in meinen Bildern sind ja direkt digital eingezeichnet und so kann ich perfekt diese Verbindung zwischen beiden Kunstformen herstellen.

Märchenhafte Orte, fantastische Requisiten und opulente Kostüme spielen nicht nur in Deinen fotografischen Inszenierungen eine große Rolle. Woher kommt die Inspiration für diese Bildwelten?

In erster Linie inspirieren mich Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht abgedroschen klingen: Musik, Bücher, Filme oder auch die Natur. Es entstehen dann kleine Ideen in meinem Kopf, und diese bespreche ich dann in der Regel mit einem passenden Modell. Wenn das Modell Lust hat, es umzusetzen, planen wir gemeinsam weiter. Oft bringen auch die Modelle einem schon Inspiration, ebenso wie Designer mit ihrer Kleidung oder Visagisten mit ihren Styling-Ideen. Meistens wirft einfach jeder etwas in den kreativen Topf – und so entwickeln sich die Ideen aus mehreren Köpfen heraus zu einem großen Ganzen, das ich dann in der Nachbearbeitung mit meinen eigenen kleinen Eingebungen noch abrunde.

Planung, Shooting, Nachbereitung: Dafür braucht man vor allen Dingen viel Geduld. Wie sieht der Prozess hinter den Kulissen aus, und viele Arbeitsschritte stecken hinter dem perfekten Bild?


Also, die Arbeitsschritte insgesamt gestalten sich sehr unterschiedlich.

Die Planung ist zwar immer sehr umfangreich, aber es kümmern sich eigentlich alle Beteiligten darum. Zum Beispiel das Modell um die Kleidung und ich um die Location; die Ideen werden gemeinsam ausgearbeitet. Danach kommt es eben wirklich immer auf verschiedene Dinge an: Ist die Location nah oder etwas weiter weg? Ist Designerkleidung dabei? Macht man vorher ein Fitting und einen Styling-Plan? Ist eine Visa vorhanden, oder ist das Modell gleichzeitig die Visa? Habe ich ein erfahrenes Modell dabei, das sehr posing-sicher ist, oder eines, das noch ganz frisch dabei ist und vielleicht ein bisschen Unterstützung zum Sicherfühlen braucht? All diese Faktoren spielen in Planungs- und Shootingzeit hinein und lassen diese deshalb stark variieren.

Die Nachbearbeitung ist dann wiederum eine neue Sache für sich: Wer meine Bilder kennt, weiß, dass ich zwar einfachere Portraits oder Fashion-Aufnahmen mache; aber eben auch sehr, sehr viele große Artworks inklusive Composings und vieler eigens eingezeichneter Elemente. Diese Artworks können gut und gern mehrere Tage Zeit brauchen.

Ich brauche sowohl Inspiration, als auch das richtige Gefühl. Ich sichte meine Stockfotos, die ich entweder selbst mache oder von Freunden und Familie bekomme. Ich mache mir Gedanken, wie ich das Artwork aufbauen möchte und mache mir Pläne und Skizzen, bevor ich mit der eigentlichen Bearbeitung beginne.

Das alles verschlingt natürlich sehr viel Zeit. Du merkst sicher schon, dass es bei mir also sehr wichtig ist, bei diesen aufwändigen Artworks ein bisschen Geduld mit mir zu haben.

Du arbeitest vorwiegend mit weiblichen Models; auch in Deinem aktuellen Kalender kommt nur ein einziger Mann vor. Reiner Zufall, oder ist die Arbeit „unter Frauen“ einfach inspirierender und entspannter?


Ich habe im Laufe der Zeit einfach für mich gemerkt, dass Frauen meist besser in meine Projekte und die Welten passen, die ich mir für meine Bilder so erdenke. Ich kann mich einfach besser in eine andere Frau hineinfühlen und so auch besser meine eigenen Emotionen, die ich bei bestimmten Ideen habe, auf die mir gegenüberstehende Person projizieren.

Gibt es ein Bild in diesem Kalender, das Dir ganz besonders wichtig ist und wenn ja, warum?


Es hängen irgendwo an allen Fotos immer Gefühle und Geschichten, ganz ohne diese passiert bei mir nichts. Aber es gibt in der Tat eines, das mir emotional besonders viel bedeutet, nämlich das Juni-Bild (hier auf der linken Seite zu sehen)
. Es hat eine sehr persönliche Geschichte. Verzeih es bitte, aber diese Geschichte gehört nur mir.

Welches Foto, ob selbst geschossen oder in den Medien gesehen, hat Dich zuletzt besonders berührt?


Da fallen mir sofort die Zeichnungen der Künstlerin Yuumei
ein. Sie sind sehr oft gesellschaftskritisch und regen zum Nachdenken an. Das gefällt mir, und es berührt mich sehr.

Erinnerst Du dich noch an den ersten Kalender, den Du für Dich selbst gekauft hast?


Ehrlich gesagt, nein: Ich habe die meisten nämlich geschenkt bekommen...

Welches Motiv möchtest Du vor Jahresende unbedingt noch fotografiert haben?


So platt es klingt:
Das ist Morticia Addams, und dafür ist sogar schon alles in den Startlöchern.

Auf welche spannenden Projekte dürfen sich Fans Deiner Kunst im Neuen Jahr freuen?


Ich kann noch nicht versprechen, dass es im Neu
en Jahr tatsächlich schon klappt, aber ich habe bereits einige Projekte im Kopf: Dante Alighieris „Göttliche Komödie“, ein Zirkus-Projekt in Form eines illustrierten Buches und eine besondere Ausstellung, für die ich dieses Jahr schon angefangen habe zu arbeiten. Auch ein Pin-Up Kalender sowie die Fortführung einer Bilderserie zum Thema Wicca und Hexen sind in nächster Zeit geplant.

Ich habe also wirklich noch e
iniges im Kopf und freue mich schon darauf, alles beizeiten umzusetzen!

|| INTERVIEW: ANTJE BISSINGER | DATUM: 29.11.2014 | KONTAKT | WEITER: KALENDER-BESPRECHUNG "LILIF ILANE 2015" >




Der Kalender "Lilif Ilane 2015" ist zwar regulär leider nicht im Handel erhältlich, kann aber problemlos und direkt bei der Künstlerin bestellt werden.
Du möchtest einen (oder mehrere) Exemplare zum Preis von 20 Euro (+ 6,95 Euro für versicherten Versand) ordern?
Dann schreib' einfach eine Mail an:
lilif.ilane@googlemail.com



Website
lilif-ilane.de

Facebook, Tumblr und Co.
facebook.com/pages/Lilif-Ilane-Artwork/174604582581382?ref=hl
lilif-ilane.tumblr.com/
500px.com/lilifilane
lilifilane.deviantart.com


FOTOS © LILIF ILANE.

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